Die Katze

| Entwicklung |

 | Anatomie |

| Sozialstruktur |

| Rangordnung |

| Sinne |

| Jagd |

| Erkundung |

| Beutefang |

| Körpersprache |

 | Kommunikation|

|Markieren |

| Sozialisierung |

| Bewegung |

| Spielen |

|Katzenkrankheiten |
 

Home


Die Sinne

Die speziellen Sinnesleistungen der geheimnisvollen Katzen sind durch die ursprüngliche, der Jagd angepasste Lebensweise, zu begründen. Die Katze ist, um ihren Aufgaben als Jägerin gerecht werden zu können, mit einem sehr scharfen Wahrnehmungsvermögen ausgestattet. Dieses besteht aus
  • Tastsinn
  • Hörsinn
  • Sehsinn
  • Geruchssinn
  • Geschmackssinn

Der Tastsinn sitzt vor allem auf den haarlosen Hautflächen: auf der Nase, an den Fussballen und auch auf der Zunge. Der hochempfindliche Nasenspiegel registriert in erster Linie die Temperatur des berührten Objekts, die Pfotenballen machen Meldung über Grösse, Form und Konsistenz.

Obwohl die Tastrezeptoren über den ganzen Körper verteilt sind, sind es die Schnurrhaare die herausragend entwickelt sind. Sie reagiren bereits auf einen Luftzug sensibel und ermöglichen es dem Nachträuber, sich auch bei schlechter Sicht zu bewegen. Die Schnurrhaare sind dicke, feste Haare, in welche die Nervenbündel jeingepackt sind. Sie laufen im gleichen Kanal wie die Augennerven zurück ins Gehirn. Schnurrhaare haben drei Aufgaben:

  • sie schützen die Augen mittels Lidschlussreflex vor Verletzungen
  • sie tasten und vermitteln dadurch Informationen
  • weil sie sehr empfindlich reagieren auf Luftströmungen helfen sie der Katze, im Dunkeln zu sehen

Die Schnurrhaare über den Lippen lassen sich willkürlich nach vorn und nach hinten richten, während die Tasthaare auf der Stirn sich nur dem äusseren Druck anpassen. Katzen, welche perfekte Schnurrhaare haben, können bei Tag und bei Nacht Beute erwischen. Tiere mit beschädigten Schnurrhaaren nur am Tag. Beobachten Sie eine Katze beim Tragen von Beute: Sie können sehen, dass die Schnurrhaare nach vorne gerichtet sind. Warum? Über die Schnurrhaare bekommt sie die Information, ob die Beute sich noch bewegt.

Tastsensoren sitzen auch in den Fellhaaren und in der Haut darunter. Besonders empfindliche auf Berührung reagieren die Ohrmuscheln.
Bei Katzenwelpen ist der Tastsinn bereits bei der Geburt entwickelt. Die Kätzchen können Druck, Wärme, Kälte und Schmerz bereits wahrnehmen. Tasten kann für die Welpen tröstlich oder schmerzlich sein.

Die Pfoten sind von allen Körperteilen mit den empfindlichsten Tastrezeptoren ausgerüstet. Mit den Pfoten kann die Katze Gegenstände untersuchen, fast auf die gleiche Weise wie wir mit unseren Fingern.

Das Hörvermögen der Katze übertrifft unseres um das Dreifache. Das liegt einerseits an den beweglichen Ohrmuscheln, welche sich unabhängig voneinander in jede Richtung drehen lassen. Andererseits weisen die Ohren eine optimale Trichterform zum Erfassen von Schallwellen auf. Sie fangen noch alle Geräusche im Bereich von 30-54 kHertz auf. Der Mensch kann nur etwa bis 20 kHerzt hören. Katzen hören auch besser als Hunde. Ein Ton und sie weiss wo das Nest liegt. Sie kann auch am Ton erkennen, in welche Richtung sich eine Maus bewegt und mit welcher Geschwindigkeit.
Auch bei Katzen nimmt im Alter die Hörfähigkeit ab.

Ebenso eindrucksvoll wie das Gehör ist auch der Gesichtssinn der Katze. In totaler Finsternis kann selbst die Katze nichts mehr sehen. Ihr Auge hat jedoch die Eigenschaft, noch bei geringstem Lichteinfall voll funktionstüchtig zu sein. Das Katzenauge nimmt jeden Lichtschimmer auf, obwohl ihre Netzhaut nicht grösser ist als unsere. Aber Linse und Pupille liegen näher an der Hornhaut, die zur besseren Sehschärfe stärker gewölbt ist. Der Augapfel der Katze ist runder und flacher, woraus sich ein breiter Blickwinkel ergibt.
Die Pupille reguliert den Lichteinfall, Die Schärfe wird durch die Linse kontrolliert. Diese Veränderung erfolgt durch einen Ausgleichsmuskel. Schliesslich fällt Licht auf die Netzhaut, die über sen Sehnerv Impulse an das Sehzentrum im Gehirn schickt. Wie beim Menschen hat auch die Netzhaut der Katze Zapfen und Stäbchen. Die Stäbchen sorgen für eine gute Nachtsicht, die Zapfen für gute Bildauflösen. Das Katzenauge hat mehr Stäbchen und weniger Zapfen als das menschliche Auge. Deshalb funktioniert das Katzenauge bei geringem Lichteinfall besser. doch die Fähigkeit, Einzelheiten wahrzunehmen sind vergleichsweise geringer. Am besten sehen Katzen auf eine Distanz von 2-6 Metern. Die Katze sieht in Grautönen und dazu kann sie die Farben Blau und Grün unterscheiden.
Da sich Mäuse und Ratten in der Farbe nicht unterscheiden spielt das Farbsehen also keine Rolle. Jedoch hat jede Spezies ihren eigenen Geruch. Daran kann sie ihre Beute erkennen.

Der Geruchssinn ist ein Grund, weshalb Farben für Katzen eine untergeordnete Rolle spielen. Geruch und Geschmack sind für sie einiges wichtiger als für uns.
Der Geruchssinn ist bei Katzen von Geburt an gut entwickelt und spielt eine grosse Rolle im Sozialverhalten. Der erste Kontakt zweier Katzen erfolgt stets Nase zu Nase. Alle Katzen schnuppern auch gerne ausgiebig an einem neuen Gegenstand. Geruch und Geschmack ist bedeutsam für Fressen und Trinken, für Rebier- und Sexualmarkierungen, für den Gruppenduft der Katzenfamilie.

Bei langnasigen Tieren ist die Riechschleimhaut sehr stark gefaltet, so dass ein grosses Riechfeld entsteht. Der Geruchssinn ist besonders gut entwickelt. Ein langnasiger Foxterrier verfügt über 146 Mio spezieller Nervenenden, eine Katze besitzt etwa 19 Mio und dem Menschen reichen 5 Mio zum überleben.
Eine Katzennase ist besonders empfindlich gegen Geruchsstoffe die Stickstoffe enthalten. Deshalb verschmähen Katzen auch ranziges oder abgestandenes Futter, das stark stickstoffhaltige Verbindungen freisetzt.
Direkt hinter dem Nasenspiegel ist das Innere der Nase mit einer Schleimhaut überzogen. In den hinteren Nasenregionen ist die Schleimhaut mit Nervenendungen durchsetzt. Gelangen Moleküle aus der Luft an die Nervenenden der Schleimhäute, so werden Signale ans Riechzentrum im Gehirn weitergeleitet. Geschmacksreize werden über die Geschmacksknospen auf der Zunge aufgenommen und ebenfalls dorthin weitergeleitet.

Katzen haben noch ein Sinnesorgan, das uns fehlt. Es nimmt eine Mittelstellung zwischen Geruchs- und Geschmackssinn ein: das Jakobsonsche Organ. Mit diesem Organ sezieren sie die Düft.

Wenn die Nasengänge der Katze verstopft sind ist der Geruchssinn erheblich gestört. Dies kann bei lägner anhaltendem Appetit zu Abmagerung führen. Dies zeigt wie wichtig es ist, dass speziell bei Tieren mit Erkrankungen der oberen Atemwege die Nasengänge frei sind damit sie ihr Futter riechen und aufnehmen können.

Kätzchen haben ab dem 1. Tage einen gut entwickelten Geschmackssinn. Diese Fähigkeit  verlieren sie, wie der Mensch, mit zunehmendem Alter. Ein vorübergehender Geschmacksverlust, begleitet von Appetitlosigkeit kann ein Hinweis auf eine Erkrankung der oberen Atemwege sein.

Die raspelähnliche Oberfläche der Katzenzunge besteht aus hunderten nach hinten gerichteter Häckchen (Papillen), die geschmacksneutral sind. Sie dienen der Katze zur Fellpflege. Die pilzförmigen Papillen an den Tändern der Zunge und die tassenförmigen Papillen hinten auf der Zunge tragen Geschmacksknospen.