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Was früher ein "no go" war wird heute
kritiklos als "normal" bezeichnet, einfach deshalb, weil es gehäuft
anzutreffen ist. Es ist heute "normal", dass auch unsere Hunde und
Katzen dieselben Zivilisationskrankheiten haben wie wir. Es ist heute
"normal" dass der Hund Krebs bekommt - er wird ja auch älter...
Immer wieder erschrecken mich die
Aussagen von Tierhaltern und ich habe den leisen Verdacht dass es halt
einfacher ist, etwas als "normal" zu bewerten als mit der Ursache und
deren Beseitigung zu konfrontieren. Gerade auch weil es viele Irrtümer
gibt, gibt es auch vieles was geändert werden kann und soll.
Kürzlich (Anfangs 2010) führte ich ein
Gespräch mit einem 80-jährigen Herrn, der Zeit seines Lebens Hunde der
Rasse Cocker Spaniel hatte und auch heute noch einen 13-jährigen Senior
hat. Bis sie in den Hundehimmel gingen wurden sie rund 16 Jahre alt.
Damals, so erzählte er mir, wurden die Hunde damit gefüttert, was da
war. Ging man beim Metzger Fleisch für sich kaufen, kaufte man auch
gleich für den Hund ein. Mit dem Verschwinden der Metzgereien in den
Dörfern wurde es zunehmend schwieriger, das Fleisch für den Hund zu
kriegen. Dann kam die Futtermittelindustrie. In Ermangelung von
Frischware und weil der Werbung der Industrie kritiklos geglaubt wurde,
gabs mit der Zeit nur noch Trockenfutter.
Er blieb beim Trockenfutter "hängen". Bis der schwarze Rüde, der jetzt
knapp 13 ist, gesundheitliche Probleme bekam - wie viele andere fühlte
er sich nicht mehr wohl in seiner Haut. Die Lösung sollte nicht Kortison
heissen, und so erstellten wir einen Speiseplan für die Frischfütterung,
zu welcher sich die Hausfrau anfänglich überwinden musste. Heute ist sie
froh, den Schritt gewagt zu haben. Wir alle hoffen sehr, dass sich
Otello noch viele Jahre guter Gesundheit und Lebenslust erfreuen darf!
Die Mythen der Futtermittelhersteller
werden heute kritiklos als Wahrheit akzeptiert, zum Schaden unserer
Tiere!
Irrtum: Fertigfutter ist komplett
ausgewogen und enthält alles was das Tier braucht
Leider garantiert Fertigfutter dem Tier nicht ein langes, gesundes Leben
wie es die Produzenten versprechen. Seit Beginn der Trockenfütterung
werden die meisten Tiere immer früher immer kränker. Gerade Krankheiten
der inneren Organe, des Stoffwechsels und Allergien hängen sehr stark
von der Ernährung ab. Es sind keine altersbedingten Krankheiten! Wäre
das Trockenfutter so ausgewogen wie die Hersteller behaupten, dann
müssten alle Futtermittel den gleichen Inhalt, die gleiche
Zusammensetzung haben.
Schon mal überlegt, warum es für den Menschen keine solchen Backperlen
gibt?
Trockenfutter schafft wesentlich mehr
Probleme als es beseitigt. Es ist für die Bequemlichkeit des Tierhalters
gemacht, nicht für das Haustier.
In der Natur erhält das Tier alles was
es braucht nicht dadurch, dass es jeden Tag exakt die benötigten
Nährstoffe hat sondern dadurch, dass es einfach, aber abwechslungsreich
frisst. Durch die Variation der Beutetiere verschiedener Art,
unterschiedlichen Alters erhält das Tier über einen Zeitraum hinweg eine
ausgewogene Ernährung.
Gibt man lebenslänglich nur eine Futtersorte sind Mangelernährungen
vorprogrammiert. Denn: nicht jeder Stoffwechsel arbeitet gleich, kein
Organismus ist ein Roboter.
Irrtum: Was der Tierarzt empfiehlt
muss gut sein
Nein, muss nicht, leider.
1. Die wenigsten Tierärzte haben eine Ausbildung in Ernährung. Im
Studium sind dafür nur wenige Lektionen vorgesehen und diese werden von
der Futtermittelindustrie gesteuert.
Viele Tierärzte sind heute mehr Händler denn Heiler. Sie verdienen einen
grossen Teil ihrer Einnahmen mit dem Verkauf von Trockenfutter. Dazu
gehen sie langjährige Verträge mit Lieferanten ein - und diese
LIeferanten dulden keine Konkurrenz! Daraus erklärt sich von selbst,
dass die meisten Tierärzte die Krankheiten, welche sie behandeln, nicht
als ernährungsbedingt ansehen, sondern als Veranlagung oder
Alterserscheinung. Er kann ja das Futter, das er selber verkauft nicht
schlecht machen.
Zitat Dr. Jan Billinghurst: "...Die traurige Wahrheit ist, dass
Fertigfutter hilft, Tierärzte mit Patienten zu versorgen..."
Irrtum: Trockenfutter reinigt Zähne
und beugt Zahnstein vor
Früher oder später bekommen die meisten Tiere, welche ausschliesslich
mit Trockenfutter gefüttert werden, Zahnprobleme. Es werden sogar extra
Produkte kreiert, welche der Zahnreinigung dienen sollen. Ein erstes
(ungewolltes) Eingeständnis der Futtermittelindustrie, dass
Trockenfutter doch nicht so gesund ist? So oder so sind die Brocken zu
klein als dass die Katze sie so zerteilen müsste wie ein Beutetier.
Beobachten Sie mal eine Katze oder einen Hund, der ein Stück Beute kaut.
Irrtum: Um selber Futter
herzustellen muss man Ernährungsexpterte sein
Die Frischfütterung ist kein Mysterium wie es uns die
Futtermittelindustrie weismachen will. Gesunder Menschenverstand,
Grundkenntnisse der Ernährungslehre sowie Kenntnisse über die
Nahrungsansprüche unserer Hunde / Katzen reichen. Wenn man
berücksichtigt, dass sich Hund und Katze anders ernähren als der Mensch,
sich überlegt was die Tiere in der Wildbahn fressen und versteht was man
füttert, sowie sich Zeit nimmt um sich mit der Materie zu beschäftigen,
dann ist es nicht so schwierig, solange man wachsam ist, selber studiert
und sich nicht auf ein Methode versteift sondern individuell füttert so
dass es für das Tier und seinen Menschen stimmt.
Irrtum: Selbst gemachtes Futter
verursacht Mangelerscheinungen
Ja, wenn wir nur pures Fleisch oder Tischreste verfüttern. Das wäre
unausgewogen. Der Hund lebt nicht allein vom Fleisch. Wir können
ihm mit frischer Kost vieles bieten was er in der Natur nicht finden
oder bekommen würde und das ihm trotzdem gut tut. Beachten wir die Bedürfnisse und erstellen
das Futter entsprechend frisch, hochwertig und ausgewogen , dann haben wir gesunde, fitte
Tiere bis ins hohe Alter.
Irrtum: Knochen sollten nicht
gefüttert werden da sie splittern
Das stimmt so nicht. Knochen werden durch das kochen, erhitzen, spröde.
Dann sind sie für Hund und Katze gefährlich, hier ist die Warnung
berechtigt.
Rohe Knochen jedoch sind elastisch, relativ weich und splittern nicht.
Anders wäre es wohl kaum möglich dass Raubtiere welche ihre Beute mit
Knochen vertilgen, bestens leben.
Irrtum: Rohes Fleisch enthält
Bakterien und Parasiten
Diese pauschale Panikmache trifft man überall und immer wieder. Ohne
dabei nähere Erklärungen zu bekommen. Auch Begründungen fehlen. In der
Regel wird diese Aussage im Zusammenhang mit Salmonellen und Würmern
gemacht. Komischerweise grassieren diese Parasiten hauptsächlich unter
Tieren welche mit Fertigfutter ernährt werden.
Die natürlichen Beutetiere sind nicht steril. Wenn das so gefährlich
wäre, dann staunt man dass es noch Wildkatzen gibt. Tatsache ist, dass
nicht jedes Fleisch automatisch mit etwas Schlimmem behaftet ist. Und
selbst wenn dies der Fall sein sollte, werden Hund und Katze damit um
einiges leichter fertig als der Mensch. Denn rohes Fleisch ist nun mal
auf ihrem naturgegebenen Speiseplan. Katzen und Hunde haben einen kurzen
Darm, welchen die Nahrung schnell passiert. Deshalb sind sie auch
ziemlich unempfindliche gegen Salmonellen und andere Bakterien. Würmer
werden zuverlässig durch das Einfrieren des Fleisches bei minus 18°C
während mind. 10 Tagen abgetötet. Grundsätzlich sind gesunde Hunde und
Katzen sehr resistent gegenüber Salmonellen, im Gegenteil, sie sind
Bestandteil ihres Verdauungsmilieus.
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