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Rudelaufbau | |
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Lernen wird definiert als Veränderungen in der Wahrscheinlichkeit, mit denen Verhaltensweisen in bestimmten Reizsituatinen auftreten. Ausgenommen sind Verletzung und Reifung. Lernen ist immer obligatorisch oder fakultativ. Das obligate (verpflichtende) Lernen ist wichtig für das Überleben. Die Dressur ist fakultatives lernen und nicht fürs Überleben notwendig. Bei der Dressur werden Sequenzen von natürlichen Verhaltensabläufen isoliert verfeinert Lernen dient dem Erwerb von Informationen durch
Lernähnliche Prozesse sind Prozesse, auf die nicht alle der oben genannten Punkte zutreffen.
Gewöhnung (Habituation)
Desensibilisierung
Prägung
Lernvermögen (Lernbegabung) Ob ein Verhalten angeboren oder erlernt ist, kann man herausfinden. Tritt ein Verhalten immer wieder auf, könnte es auch abgeschaut sein. Ein spontanes Auftreten einer Handlung kann ein Indiz sein, dass es genetisch, also vererbt ist. Wenn nicht artverwandte Tiere (z.B. Enten) die gleichen Verhaltensweisen haben, liegt es nahe, dass das Verhalten vererbt ist. Stellt man einem Tier eine Aufgabe, muss ein Sinnesapparat imstande sein, beispielsweise einen Schall wahrzunehmen oder eine Taste drücken zu können. Die Lerndisposition steht im engen Zusammenhang mit dem Lebensraum (Habitat) und dem natürlichen Verhalten der Art.
Erworbene Lerndispositon Überforderte Welpen werden wesensschwach und ängstlich. Man sollte deshalb spielerisch mit der Erziehung beginnen. Beschäftigung fördert das Lernvermögen und wie oben angeführt erhöht sich das Gehirnrindengewicht.
Aktuelle Lerndisposition Angeborenes Verhalten und Lernen (AAM: Angeborener auslösender Mechanismus) Neuro-sensorischer Mechanismus, der die Hemmung aufhebt, so dass der Instinkt sich erfüllen kann. Der Mechanismus ist stammesgeschichtlich erworben. Es existiert ein lernunabhängiges verhaltensauslösendes Schema das jedoch nicht sehr spezifisch ist. Bei diesem Vorgang selektieren Neurosensoren bestimmte Reize oder Reizkonstellationen, die die Hemmung des spezifischen zentralen Erregungszustandes aufheben („entriegeln“, daher werden Reize auch Schlüsselreize genannt), so dass die Erregerimpulse an die motorischen Zentren und von dort an die Erfolgsorgane weitergeleitet werden können, wodurch das gespeicherte Programm in Form der Endhandlung (Instinkthandlung) abläuft. Beispiel: Hat eine Kröte einige Male vergeblich nach einem Blättchen geschnappt, meidet sie es anschliessend. Hat sie ein schlecht schmeckendes Insekt erwischt, so reicht meist ein einmaliger Kontakt, den Auslösemechanismus zu unterbinden. Jeder AAM kann durch Erfahrung modifiziert werden und wird dadurch zum EAAM.
Obligatorsiches Lernen (obligatorsich = verpflichtend) Weshalb ist nicht das gesamte, feine Verhalten angeboren? Die Speicherung des gesamten Verhaltens inklusive aller Feinabstimmungen würde einen enormen Aufwand an Speicherung im genetischen Code erfordern. Ein Teil dieser Informationen würde nie genutzt werden, da beispielsweise nicht alle möglichen Beutetiere im Lebensraum des betreffenden Tieres vorkommen. Es ist somit ökonomischer, nur ein Grundmuster abzuspeichern, welches durch Lernprozesse ergänzt wird.
Lernen durch Observation (Beobachtung)
Latentes Lernen Kineästisches Lernen (Lernen durch Bewegungswahrnehmung) Wird zum Erlernen von Bewegungsabläufen verwendet. Der „Schüler“ lernt eine Bewegung auf Grund einer Wahrnehmung. Es wird beispielsweise die Hand des betreffenden Schülers genommen und mit ihr die Bewegung ausgeführt. Soll ein Braunbär einen Handstand lernen, wird er an der Hinterhand hochgezogen und danach mit Futter belohnt.
Konditionierung
Klassische Konditionierung Die Vorbereitung zum Melken von Kühen gehen gleichfalls mit Geräuschen einher, die nach einiger Zeit ebenso den Charakter des konditionierten Stimulus (CS) erhalten. Auch sie können eine Vorbereitung des Organismus zur Milchejektion über eine Erhöhung des Oxytozinspiegels bewirken. Auch bei der Abrichtung bzw. Dressur wird die klassische Konditionierung verwendet. Belohnt man ein Tier mit einem Leckerbissen für das Ausführen oder Unterlassen einer bestimmten Handlung, so lobt man das Tier meist gleichzeitig (brav, fein). Führt man diese Paarung Belohnung-Brav mehrmals durch, so erlangt nach einiger Zeit der neutrale Reiz „brav“ den Charakter eines konditionierten Stimulus (CS). Das heisst, das Wort „brav“ tritt an die Stelle der tatsächlichen Belohnung und hat nahezu die gleiche Wirkung wie die Belohnung selbst. Ähnlich verhält es sich mit der Bestrafung, die beispielsweise mit dem Wort „pfui“ verbunden wird. Auch hier erlangt das Wort allein nach einiger Zeit aufgrund einer klassischen Konditionerung bestrafenden Charakter. Schmerzhafte Behandlungen von Tieren sind mit einer grossen Zahl neutraler Reize verbunden, die den Charakter eines konditionierten Stimulus (CS) zur Auslösung von Angst enthalten können: Geruch beim Tierarzt, der weisse Mantel des Tierarztes usw. All diese Reize können, ohne dass ein Anlass besteht, Angst auslösen und das Verhalten des Tieres drastisch beeinflussen. Deswegen sollte das Verhalten eines Tieres nach Möglichkeit in seiner gewohnten Umgebung und unter Verzicht auf weisse Berufskleidung untersucht werden.
Operante Konditionierung In dieser Lernsituation soll das Tier eine bestimmte Handlung setzen, um eine Belohnung zu erhalten bzw. einen unangenehmen Reiz zu vermeiden. Die Operante Konditionierung wird mit Motivation durchgeführt. Das Tier bewältigt die gestellte Aufgabe wenn es dafür belohnt wird. Die Belohnung kann mit besonderen Leckerbissen erfolgen oder mittels normalem Futter. Bei der Operanten Konditionierung werden durch wiederholtes Probieren jene Reize „kennengelernt“, die zu Belohnung führen, d.h. für das Individuum günstigere Bedingungen schaffen. Bei wiederauftreten dieses Reizes (positive Verstärkung) erfolgt dann unmittelbar die bestimmte, zum Erfolg führende Reaktion.
Bekräftigung
Quotenbekräftigung
Negative Bekräftigung (Strafe) Untrennbar mit dem Lernen ist auch das Gedächtnis verbunden. |
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