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Niemand redet gerne darüber. Doch die sprichwörtlich so saubere Katze
benimmt sich manchmal daneben: Sie setzt Häufchen oder Pfützen nicht in
ihre Toilette, sondern daneben oder – noch schlimmer – in Ecken, auf
Betten oder in die Wäsche.
Wenn Sie so eine Katze haben, verzweifeln Sie nicht. Das Problem ist in
der Regel zu lösen, sobald der Grund für die Unsauberkeit bekannt ist.
Denn mit diesem Verhalten teilt die Katze mit, dass für sie etwas nicht
mehr stimmt. Wie bei den meisten Säugern sind Urin und Kot das stärkste
Kommunikationsmittel.
Unsauberkeit ist übrigens das häufigste Problem das bei Katzen auftritt.
Dass Hormonprobleme dazu führen gibt es höchstens bei unkastrierten
Katzen in einem bestimmten Alter.
Fassen wir das natürliche Verhalten kurz zusammen:
Urin und Kot dienen der Markierung, der Abgrenzung des Reviers, sie
dokumentieren: Hier bin ich zuhause!
In der Regel wird Urin eingesetzt. Kot in Notfällen als äusserstes
Demonstrationsmittel und in der Regel während Auseinandersetzungen um
Stammplätze oder in grösster Not.
Mit dem Urin spritzen wird das Revier abgegrenzt. Damit wollen Kater zum
einen Artgenossen vor Überschreitung dieser Grenze warnen, zum anderen
Kätzinnen den Weg weisen.
Auch die Kätzin markiert, wenn sie einen Kater sucht und um
Konkurrentinnen vom eigenen Revier fern zu halten.
Die hochempfindliche Nase einer Katze riecht Urinspuren noch in feinster
Verdünnung und wochenlang! Beim Rundgang durchs Revier kontrollieren
alle Katzen mit der Nase, ob Rivalen die gewohnten Wege gekreuzt und
vielleicht ihre Duftnote abgesetzt haben.
Wenn Sie als ein Häufchen oder einen Urinfleck entdecken, wird zuerst
geprüft, ob die Toilettensituation den Anforderungen der Katze
entspricht. Mögliche Gründe für die Unsauberkeit können sein:
- zuwenig Streu in der Katzentoilette
- eine von der Katze nicht akzeptierte Streu (wurde diese kürzlich oder
vor einiger Zeit mal gewechselt?)
- zu seltener oder zu häufiger Wechsel der Streu
- zu kleine Toilette
- falscher Standort (zu laut, zu eng, zu unruhig)
- zuwenig Toiletten bei mehreren Katzen
- schlechte Erfahrung mit der Toilette
Durch eine neue Toilette (ohne Deckel! - Katzen sind keine
Höhlenscheisser), einen besseren Standort, Rückkehr auf die alte Streu,
Aufstellen zusätzlicher Toiletten, ev. eine mit Streu, eine andere mit
Zeitung, kann das Problem oft schnell behoben werden.
Eine Wohnungskatze kennt ihre Umgebung so gut, dass sie kleinste
Veränderungen wahrnimmt. Reagiert wird auf unakzeptable Veränderungen
mit Unsauberkeit. Dies ist ein Hilferuf von Seiten des Tieres. Manchmal
wartet die Katze sehr lange, bevor sie protestiert. Dann ist die Ursache
in naher oder ferner Vergangenheit zu eruieren.
Allenfalls wird das „falsche Örtchen" unattraktiv gestaltet, indem man
ihm eine neue Bedeutung gibt (Möbel hinstellen, Fressplatz,
Schlafplatz).
Selbstverständlich wird vorher eine klinische Ursache ausgeschaltet,
bevor mit einer Verhaltenstherapie begonnen wird. Krankheiten können
ebenfalls Ausgangslage für eine Unsauberkeit sein. Blasenentzündung,
Nierenprobleme, Durchfall sind nur Beispiele.
Weitere Ursachen können sein:
- nach einem Umzug bei Stress im neuen Revier
- Besuch fremder Katzen im eigenen Heim
- Neues Familienmitglied
- Katzenzuwachs in der Gruppe
- Zu grosse Gruppe
- Wohnungsrenovation
- Möbelumstellung (sensible Tiere)
- Personenzahl hat sich verändert (Kinder auszgezogen, neuer Partner
eingezogen)
-Neue Katze / Hund in der Nachbarschaft
Das einleitende Verhalten läuft nach einem Ritual ab. Der Schwanz
zittert, recht sich steil nach oben – und dann passiert es. Kater Filou
spüht horizontal einen Strahl gegen Omas Ohrsessel, der Zimmertanne oder
einfach ans nächste Stuhlbein.
Er markiert – mit übelriechendem Ergebnis, jedenfalls für unsere Nasen.
Für Katzenfeinde der unumstössliche Beweis, dass Katzen nicht so
reinlich sind wie ihre Anhänger immer behaupten.
Tatsächlich hat das Markieren mit Unsauberkeit nichts zu tun - siehe
"Markieren"
Eine weitere Ursache kann darin liegen, dass in der Umgebung plötzlich
fremde Katzen sind oder wenn eine weitere Katze im Haushalt Einzug
gehalten hat.
Für junge Katzen darf der Weg von draussen bis zur Toilette nicht zu
lang sein. In einem Haus mit mehreren Etagen ist es von Vorteil, wenn
auf jedem Stock eine Toilette steht.
Nicht vergessen: Potente Tiere markieren immer, je älter sie werden
desto stärker wird das Urinieren zur Gewohnheit. 90% der Jungkatzen
werden nach der Kastration stubenrein. Bei älteren Tieren sinkt die
Erfolgsquote und zusätzliche Massnahmen sind nötig, um die Spritzer zu
verhindern.
Wenn die Veränderung der Kistchensituation nichts bringt, die Katze
kastriert und sauber war, dann ist es ein persönliches Verteidigen des
Reviers gegen andere Katzen.
Nach einer Tat hilft die Bestrafung nichts mehr. Dann bleibt nur noch
das wegputzen der Pfütze. |