Der Hund

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Zerstörungwut in Abwesenheit - Vandalismus

Die Zerstörungswut hat nichts mit Knabberlust zu tun. Wäre dem so, könnte ein Kauknochen oder anderes Beisszeug Abhilfe schaffen. Manchmal ist die Wut kaum zu bremsen: Türen, Teppiche, Möbel, Kleider, Schuhe – einfach alles was zwischen die Zähen passt wird bearbeitet.

Vor lauter Aufregung über den Verlust des Chefs finden oft auch Harn- und/oder Kotabsatz statt. Dies ist ein Hinweis, dass es sich eher um Trennungsangst als um Zerstörungswut handelt. In manchen Fällen ist eine Steigerung in Form von exzessivem Heulen und Bellen möglich. Durch das Heulen versucht der Hund, den Kontakt zu seinem Rudel wieder herzustellen.

Der Hund ist ein Rudeltier und nicht zum Alleinsein geboren. Er braucht seinen Chef, der die Richtung weist, in allen Dingen, in jeder Situation.  Auch ausgesprochen selbständige, dominante Tiere machen da keine Ausnahme.

Die Aufregung über den Verlust des Rudelführers treibt den Hund  in eine sogenannte Übersprungshandlung. Das heisst: aus dem bestehenden, ablaufenden Verhalten wechselt das Tier auf ein Verhalten, das nichts mit der Situation zu tun hat. Meistens bestehen Übersprungshandlungen aus Komfortverhalten, z.B. zerteilt der Hund in Abwesenheit das Sofa ist dies gleichbedeutend wie etwa eine Schlafgrube bauen.

Das zerfleddertn der Ledertasche kann dem Jagdverhalten zugeordnet werden.

Vor allem Hunde, die absolut verwöhnt und von klein an permanent betreut wurden können in solchen Situationen , wo sie plötzlich allein gelassen werden, in Panik geraten. Sie hatten ihre Bezugsperson immer in ihrer Nähe, von klein auf. Ganz schlimm ist es mit Hunden, die von der ganzen Familie hofiert wurden. Verändern sich die Alltagssituation oder die Lebensumstände, muss das Tier stundenweise alleine bleiben, bricht das Elend aus und der Terror beginnt.

Auch Hunde die in ihrer Jugend nicht genügend Abwechslung  hatten, können dieses Verhalten zeigen. Ohne genügend Möglichkeiten, den Umgang mit neuen, fremden Situationen zu lernen, tritt leicht Stress auf bei neuen Anforderungen. Es gibt auch Hunderassen, die sich genetisch bedingt leicht stressen lassen, die ein nicht sehr starkes Nervenkostüm  haben. Dazu gehören beispielsweise Dalmatiner und Collie.

Nach der Bescherung darf der Hund auf keinen Fall bestraft werden. ER sieht ja nicht das Licht am Ende des Tunnels. Er leidet jetzt, während unserer Abwesenheit und weiss nicht, dass Herrchen wiederkehrt. Der Hund muss lernen, nicht dauernd bei seinem Besitzer sein zu können. Dies muss dem Hund in kleinen Schritten beigebracht werden

Zerstörungswut

Die eigentliche Zerstörungswut ist nicht mit Angst verbunden. Die Zerstörungswut tritt in der Regel auf, wenn die Ruhezeiten des Hundes überschritten wurden. Er sucht sich dann Abwechslung in welcher Form auch immer, hauptsache für ihn, er hat was zu tun. Allerdings können in seltenen Fällen diese „Aktionen“ auch von Aussenreizen ausgelöst werden. Dies können das Telefon, die Türklingel oder fremde Persoenen im Treppenhaus sein. Ob dem so ist, kann mittels einem Tonband (Diktiergerät) überwacht werden. Aber wie erwähnt, das kommt selten vor.

Ein Hund gewöhnt sich an einen bestimmten Tagesablauf. Dadurch, dass er zu bestimmten Zeiten gefüttert oder Gassi geführt wird, kann er sich in der Wohnung ruhig verhalten. Weil er gelernt hat, dass alles zu seiner Zeit stattfindet. Er muss dann nicht dauernd auf dem Sprung sein, in der Annahme, etwas zu verpassen. Durch einen strukturierten Tagesablauf bekommen wir einen im Haus ruhigen Hund. Der Hund hat auch bestimmte Zeiten, in denen er schläft. Diese passt er wiederum unseren Aktivitäten an. Ist sich nun der Hund gewohnt, Vormittags 2 Stunden mit schlafen zu verbringen und 3 Stunden Aktivität zu haben (Fressen, Spazieren mit anderen Hunden) gibt es Individuen, die eine Veränderung nicht akzeptieren. Ist die Ruhezeit vorbei, muss etwas laufen. Muss der Hund einmal länger als geplant still liegen, sollte man vorher mit ihm noch etwas unternehmen, auch wenn nicht gerade die Zeit dazu ist. Man kann den Hund auch an „Knabberzeug“ gewöhnen und gibt ihm beispielsweise einen Kauknochen, den er benagen darf. Hat das Tier bestimmte Gegenstände zum Benagen im Auge, setzen wir ihm Tagbus. Er darf sich konsequent während unserer Abwesenheit nicht in deren Nähe aufhalten, sondern an den ihm zugewiesenen Plätzen oder Räumen.